Bienengesundheit: Zahlen und Fakten

Wir werden oft mit der alarmierenden Nachricht konfrontiert, dass Honigbienen aussterben. Ist dies wirklich der Fall? Zur Beantwortung dieser Frage ist es wichtig, zwischen Honigbienen – typischerweise von Imkern betreut – und Wildbienen zu unterscheiden.

FAO Daten

Für Honigbienen lautet die klare Antwort: Nein. Tatsächlich ist die Zahl der betreuten Honigbienenvölker nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) seit 1961 weltweit um 65 Prozent gestiegen.
Dies zeigt, dass es in einigen Regionen attraktiv ist, im Bienenzuchtgeschäft zu arbeiten, entweder um Honig zu produzieren oder um Bestäubungsdienstleistungen zu erbringen. Je mehr Imker es gibt, umso mehr Bienenstöcke gibt es auch.

In Europa ist die Zahl der Honigbienenvölker mit mehr als 18 Millionen Völkern im Jahr 2016 in den letzten 14 Jahren kontinuierlich gestiegen oder stabil geblieben (FAO). In Nordamerika lag die Anzahl der Völker stabil bei rund 3 Millionen.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass Honigbienen weiterhin vielen Herausforderungen gegenüberstehen. In den letzten zehn Jahren wurden vermehrt Überwinterungsverluste bei Honigbienenvölkern beobachtet, was darauf hindeutet, dass weniger Völker als normal bis zum nächsten Frühjahr überleben konnten.

Zeit- und ortsabhängige Schwankungen (hohe räumliche und zeitliche Variabilität selbst innerhalb eines Landes) sind zu beobachten. Es wurde jedoch keine Korrelation mit der landwirtschaftlichen Intensität oder der Pestizidexposition beobachtet.

Wildbienen sind in Bezug auf ihre Biologie und ihre Bedürfnisse sehr verschiedenartig. Deshalb – und weil in vielen Regionen nur wenig Daten zur Populationsentwicklung der meisten Wildbienenarten vorliegen – ist es schwierig, ihre Gesamtentwicklung einzuschätzen. Wir wissen jedoch, dass einige Wildbienenarten oder Artengruppen in bestimmten Regionen in ihrem Bestand zurückgehen.

Wildbienenverluste in verschiedenen Ländern

Für Wildbienen ist die Antwort nicht so eindeutig

Man kann jedoch nicht von einem allgemeinen Rückgang der Wildbiene sprechen. Wildbienen haben sehr heterogene Biologien und Bedürfnisse. Und da in vielen Regionen kaum Daten über die Entwicklung vieler Wildbienenbestände vorliegen, ist es schwierig, ihre Gesamtentwicklung zu beurteilen.

Wir wissen jedoch, dass einige Wildbienenarten oder Artengruppen in bestimmten Regionen abnehmen.

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