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Natürliche Varroa-Resistenz

Haben afrikanische Bienen ein Patentrezept?

08. Sep 2015
Natürliche Varroa-Resistenz: Haben afrikanische Bienen ein Patentrezept?

Natürliche Varroa-Resistenz: Haben afrikanische Bienen ein Patentrezept?

Als 2010 erstmals Varroa-Befall bei kenianischen Bienen entdeckt wurde, begann ein Forscherteam aus den USA und Afrika mit einer Studie über die Auswirkungen der Milbe auf Ostafrikas Bienenpopulationen.
Das Team fand heraus, dass die afrikanischen Bienen überlebten – obwohl der Varroa-Befall nicht behandelt wurde. Die befallenen Bienen kämpften offenbar nicht aktiv gegen die Milben oder versuchten sie zu entfernen, stattdessen hatten sie offenkundig eine höhere Toleranz im Zusammenleben mit ihnen.

Jetzt sind die Wissenschaftler den Mechanismen auf der Spur, die es Honigbienen ermöglichen, resistenter zu sein. „Wenn wir die genetischen und physiologischen Mechanismen verstehen, die es der afrikanischen Bienen ermöglicht, Parasiten und Viren zu widerstehen, dann können wir diese Information nutzen, um entsprechende Züchtungsprogramme oder imkerliche Maßnahmen für die Bienenvölker in den USA zu entwickeln“, sagte Christina Grozinger, Direktorin des Zentrums für Bestäuberforschung an der Pennsylvania State University und Koautorin der Studie.

Die Wissenschaftler arbeiten an der Sequenzierung des Genoms einzelner Bienen aus verschiedenen Landesteilen Kenias, um spezifische Gene zu identifizieren, die es den Bienen ermöglicht haben, sich an unterschiedliche Umwelten anzupassen und potentiell auch Resistenzen gegen diverse Krankheiten zu entwickeln.
 
Hilfe zur Selbsthilfe für die Bienen
Bei der Untersuchung der afrikanischen Bienen haben die Forscher außerdem eine Verbindung zwischen Höhenlage und Varroa-Befall entdeckt. Bienenvölker die in höhergelegen Gebieten leben, haben höhere Befallsraten. Dies lässt die Vermutung zu, dass die Anfälligkeit der Bienen für Varroabefall von ihrer Lebensumgebung abhängt. Und da das Umfeld stark mit der Nahrung verknüpft ist – Höhenlagen haben oft weniger Blühpflanzen und damit auch weniger Nahrungsauswahl für Honigbienen – könnte die Verbesserung der Ernährungslage eine Möglichkeit sein, die Varroamilbe zu bekämpfen, so die Wissenschaftler. Ihr Fazit: eine stärkere Pflanzenvielfalt könnte den Bienen potentiell helfen, sich selbst zu helfen, indem es ihre natürliche Fähigkeit stärkt, die Milbe zu tolerieren.

Die Ursprungsstudie “Evaluation of the Distribution and Impacts of Parasites, Pathogens, and Pesticides on Honey Bee (Apis mellifera) Populations in East Africa” von Elliud Muli et.al. wurde 2014 im wissenschaftlichen Online-Journal PLoS One veröffentlicht. Die Studie wurde von der U.S. National Science Foundation (NSF) finanziell unterstützt.

Der Nachfolgeartikel “Honey Bees African Ancestors May Hold Cure for Biting Mite Plague” wurde kürzlich auf “Live Science” veröffentlicht, einer Online-Plattform, die sich auf Entwicklungen in den Bereichen Wissenschaft, Weltraumforschung, Technologie, Gesundheit, Umwelt, Kultur und Geschichte spezialisiert hat. Autorin ist Jessica Arriens, Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsarbeit in der U.S. National Science Foundation.

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